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Diskussionsrunde ein Erfolg

Veranstaltung „Ich will aufs Treppchen“ der Deut­schen Olympischen Gesellschaft ein voller Erfolg

 Die Stadtgruppe Stuttgart der Deutschen Olympi­schen Gesellschaft lud gemeinsam mit dem Wirtem­berg-Gymnasium Stuttgart Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse, um gemeinsam mit erfolgreichen Athleten über Themen wie Leistung macht Spaß, wie vereinbare ich Schule und Training, wie geh ich mit Rückschlägen und Niederlagen um, zu diskutieren.

Rund 120 Schülerinnen und Schüler horchten gespannt der von SWR-Sportredakteur Holger Kühner geleiteten Informations- und Podiumsrunde zu. Das Podium setzte sich aus der erfolgreichen Trampolin­turnerin Leonie Adam, der ehemaligen Weltklassekanutin Claudia Driehorst, der Kunstturnerin Marie-Sophie Hindermann, dem Fußballtalent Joshua Kimmich, der Kugelstoßerin Lena Urbaniak und dem Hoffnungsträger im Zehnkampf Achim Sparakowski zusammen.

Bereits einige Wochen vorher hatten sich die Schüle­rinnen und Schüler im Deutsch, Ethik und Sportunter­richt mit dem Thema „Werte, Fairness, Toleranz, Freundschaft durch Sport, Teamgeist und Völker­verständigung“ auseinandergesetzt und deshalb brannten auch vielen Fragen unter den Nägeln. Hol­ger Kühner gelang es die jungen Gesprächsteilneh­mer bei Laune zu halten und Ihr Interesse am Thema zu wecken. Aber auch die Sportler taten mit Ihren of­fenen und sympathischen Beiträgen ein Übriges dazu.

Beispielsweise Leonie Adam vom MTV Stuttgart, die jetzt ganz aktuell in Singapur bei den ersten Youth Olympic Games teilgenommen hat; sie berichtete von ihrer großen Reise, den tollen Eindrücken und wie dankbar sie war, dass Trainer und Eltern vor Ort waren, die sie aufgefangen haben und ihr die nötige Unterstützung für einen guten Wettbewerb im Trampolinturnen gegeben haben.

Claudia Driehorst erzählte von der Faszination des Kanusports, es sein einfach toll, sich in der Natur zu bewegen. Aber nicht alles sei bei ihr immer steil nach oben gegangen, so sei ihr Boot einmal nach einem erfolgreichen Wettbewerb um 98 Gramm für zu leicht befun­den worden, weshalb ihnen der Sieg aberkannt wurde. Aber sie habe daraus gelernt, dass man nach Niederlagen, egal in welcher Situation, weiter machen muss und sich irgendwann auch das Blatt wendet, sich also Ausdauer absolut ausbezahlt.

Auf die Frage wie man zum Kugelstoßen kommt, antwortete Lena Urbaniak, dass sie alles mal ausprobiert habe und sie eben an der Leichtathletik und insbesondere am Ku­gelstoßen am meisten Gefallen gefunden hatte. Sie wohne jetzt mittlerweile im Haus der Athleten beim Olympiastützpunkt Stuttgart, was eine ziemliche Umstellung war, und sie am Anfang auch unsicher war, ob sie sich richtig entschieden hatte, so die U18-Weltmeisterin. Aber für sie gab es ganz klar ein Ziel vor Augen und deshalb werde sie alles daran setzten um erfolgreich zu sein. Ihr mache nicht nur der Sport Spaß, sondern auch die Schule, da sie einfach ehrgeizig sei. Dis­ziplin und Motivation seien enorm wichtig, das gelte nicht nur für den Sport, sondern auch für den Schul­bereich. Achim Sparakowski hat ganz aktuell mit dem Thema Niederlage und Rückschritt zu kämpfen. Vor wenigen Wochen riss bei einem Stabhochsprungwettbewerb im Rahmen eines Mehrkampfes das Kreuzband, deshalb ist er derzeit auf Krücken unterwegs. Für ihn sei immer klar gewesen, dass er nach der Schule noch eine Herausforderung, einen gewissen Nervenkitzel brauche. Es mache Spaß sich ein­fach persönlich zu fordern und den inneren Schwei­nehund zu überwinden. Man müsse kämpfen, das sei ja schließlich beim Lernen auch so.

Auch Marie-Sophie Hindermann ist derzeit verletzt und blickt mit ein wenig Wehmut nach Rotterdam wo in diesem Jahr die Kunstturn-Weltmeisterschaften ohne sie stattfinden. Klar, sei es enttäuschend, dass man bei einer WM nicht an den Start gehen könne, aber das oberste Ziel für sie sei London 2012 aber es gehe halt nicht immer nur stetig nach oben, sondern man müsse auch mit Niederlagen im Leben umgehen lernen. Marie-Sophie Hindermann ist dankbar für die Unterstützung an der Eliteschule des Sports, dem Wirtemberg-Gymnasium, sie hätte ihre Leistung nie erbringen können, wenn diese Rückendeckung nicht gegeben wäre. Ihr Tagesablauf sah bisher so aus, dass sie um 5.30 Uhr das Eltern­haus verließ und gegen 22.00 Uhr dann endlich Fei­erabend hatte. Sie könne damit gut umgehen, schließlich war diese Anstrengung und das Training ihre eigene freiwillige Entscheidung. Sie habe auch nichts verpasst, im Gegenteil durch ihren Sport habe sie viele neue Menschen und Län­der kennen gelernt, es haben sich Türen geöffnet, die einem ohne Leistungssport eher nicht zugänglich sind.

Joshua Kimmich, Fußballer beim VfB Stuttgart, sieht das ähnlich. Man versuche immer, einfach alles noch ein bisschen bes­ser zu machen, deshalb wäre es wichtig, Ziele zu verfolgen. Seine Kumpels vermisse er eher nicht, im Gegenteil, er habe jetzt durch den Sport auch neue Freunde kennen gelernt. Wenn jemand Leistungssport betreiben will, so sind sich alle Po­diumsteilnehmer einig, müsse das einfach Spaß ma­chen, man muss willensstark sein und auch ehrgeizig.

Nach gut eineinhalb Stunden war die interessante und ab­wechslungsreiche Diskussion zu Ende. Viele der Schüler spürten, wie wichtig die mit dem Sport verbundenen Werte auch für ein erfolgreiches Abschneiden in der Schule sein können. Wichtig bleibt „Leistung macht Spaß“. Nach dem erfolgreichen Auftakt wird die DOG Stadtgruppe Stuttgart gemeinsam mit den anderen Eliteschulen des Sports in Kooperation mit dem Olympiastützpunkt diese Diskussionsrunde in der Landeshauptstadt entsprechend im nächsten Jahr fortführen.